Gedenkstätte Lager Sandbostel

Im September 1939 richtete die Wehrmacht das Kriegs- gefangenen-Mannschafts-Stammlager (Stalag) X BSandbostel ein. Auf dem 35 Hektar großen Geländemit über 150 Unterkunfts-, Funktions- und Verwaltungs-gebäuden sollten bis zu 30 000 Kriegsgefangene untergebracht werden.

 

(Text aus dem Flyer der Gedenkstätte Lager Sandbostel)

Bis zum Kriegsende durchliefen mehr als 300 000 Kriegsgefangene, Zivil- und Militärinternierte aus über 55 Ländern das Stalag X B. Die meisten von ihnen waren in den mehr als 1100 Arbeitskommandos des Lagers in Nordwestdeutschland vor allem in der Landwirtschaft, aber auch in der Industrie und der Rüstungsproduktion eingesetzt.

Insbesondere den sowjetischen Kriegsgefangenen versagte die Wehrmacht den Schutz durch das Kriegsvölkerrecht, sodass Tausende im Stalag X B und seinen Arbeitskommandos an Entkräftung, Hunger und Mangelerkrankungen starben.Im April 1945 kamen etwa 9500 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme und seinen Außenlagern nach Sandbostel. Mehr als 3000 von ihnen starben während des Transports, im Lager undin den ersten Wochen nach der Befreiung.

Nach der Befreiung des Stalag X B am 29. April 1945 richtete die britische Armee ein Internierungslager für Angehörige der Waffen-SS ein. 1948 übernahm das niedersächsische Justizministerium den Standort als „Strafgefängnis Lager Sandbostel“. Von 1952 bis 1960 unterhielt das niedersächsische Vertriebenenministerium auf dem Gelände das „Not- aufnahmelager Sandbostel“ für männliche jugend- liche Flüchtlinge aus der DDR. Ab 1963 nutzte die Bundeswehr das Areal, zuletzt als Materialdepot. 1973 übernahm die Gemeinde Sandbostel das Gelände und wies es als Gewerbegebiet „Immenhain“ aus.

2005, 2008 und 2015 erwarb die Stiftung Lager Sandbostel einen Teil des ehemaligen Lager-geländes und richtete die Gedenkstätte Lager Sandbostel ein. Zum Bereich der Gedenkstätte gehören 13 historische Baracken und Gebäude des Kriegsgefangenenlagers und einige Gebäude aus der Zeit der Nachkriegsnutzung. Fünf hölzerne Unterkunftsbaracken, zwei Latrinen und ein Küchen-gebäude wurden denkmalgerecht saniert. Vier steinerne Unterkunftsgebäude sind als Ruinen-struktur begehbar.

Von 2011 bis 2013 wurde eine zweiteilige Dauerausstellung erarbeitet. Der erste Teil thematisiert die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers von 1939 bis 1945 und die Deportation von Häftlingen des KZ Neuengamme nach Sandbostel im April 1945. Der zweite Ausstellungsteil beginnt mit der Darstellung der Befreiung aus der Sicht der britischen Armee und informiert über die Nachnutzung des Geländes seit 1945, die Geschichte des Gedenkens und die Entstehung der Gedenkstätte.

Ein Bilderbogen: die Natur sowie Wind und Wetter sorgen für Veränderung und Verfall

Weitergehende Bearbeitung zu Mehrschichtigkeit und Verdichtung

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4.  Farbreduktion

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