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Ziegelbrand

Zwischen Feldern und Wiesen im Außendeich an der Elbe  ist die letzte noch im Betrieb befindliche Zieglei/Klinkerwerk Rusch in Kehdingen gelegen. Noch vor gar nicht langer Zeit gab es sehr viele Ziegeleien hier. Die Bedingungen waren ideal, der Ton konnte Vorort gefunden werden und der Bedarf an Klinkern besonders auch in Hamburg war groß.

Infolge des "Großen Brandes" 1842 in Hamburg, bei dem ca. 20% des Gebäudebestandes vernichtet wurden, entstand ein großer Bedarf an Baumaterial. Aufgrund der schlechten Erfahrung mit Holz, waren die nicht brennbaren Ziegelsteine ein begehrter Baustoff. Einzig die Produktion in großer Zahl stellte noch ein Problem dar. Dies änderte sich jedoch mit der Erfindung des Ringofens durch Friedrich-Eduart Hoffmann (1818 - 1900). Hoffmann meldete 1859 "seinen" Ringofen zum Patent an. Hiermit war im wortwörtlichen Sinne der Grundstein für die industrielle Massenproduktion gelegt.

 

Jetzt brauchte man nur noch einen Rohstoff in ausreichender Menge. Und diesen fand man im Urstromtal der Elbe, in dem sich über Millionen von Jahren hochwertige Tonvorkommen abgelagert haben. Da das Abziegeln dieses Oberflächentons mit entsprechendem Arbeitsaufwand bereits damals gut möglich war, entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert ein wahrer Ziegelboom an der Elbe. So siedelten sich in dieser Zeit zwischen Hamburg und Cuxhaven über 100 Ziegeleien an.

 

In dieser Zeit baute auch Hinrich Rusch im Ritscher Außendeich seine Ziegelei. Wie fast alle Ziegeleien zu dieser Zeit, wurde auch die Ziegelei Rusch als Nebenerwerbsbetrieb zur Landwirtschaft betrieben. Erste verbriefte Ziegelsteinlieferungen erfolgten ab 1881.

 

Mit Eintreten der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre endete auch der Ziegelboom, sodass entlang der Elbe zum ersten großen Ziegeleisterben kam.

Steigende Energiekosten am Ende der Wirtschaftswunderjahre Anfang der 1970er Jahre und das stärkere Aufkommen moderner Hintermauermaterialen, wie Gasbeton und Kalksandstein, führten dieses Jahrzehnt zum Verschwinden vieler Betriebe.

 

Die Ziegelei Rusch ist als letztes KLinkerwerk mit einem Ringofen noch in der Produktion.

Der Ringofen brennt 24 Stunden, 7 Tage die Woche und 356 Tage im Jahr!!!

                                                             Text ist der Website entnommen

                                                             https://www.rusch-klinker.de/de/

 

Die Türen, die in den Brennofen führen, wer den genauen Ablauf einmal lesen möchte, findet Informationen unter

https://www.rusch-klinker.de/de/produktion.html

 

Ein Blick in den Ofen

Ein Rundgang um und auf dem Ofen, u.a. das Befeuern der Brennkammer mit Kohlen von oben, eine Ecke zum Mörtel herstellen um die Türen für den Brand zuzumauern.

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